Was hilft bei Verätzungen?

Verätzungen der Haut entstehen durch chemische Stoffe, wie Säuren oder Laugen, und können ähnliche Hautschäden verursachen wie Verbrennungen. Die Schädigung ist abhängig vom Konzentrationsgrad und der Art des ätzenden Stoffes sowie der Menge und der Dauer der Einwirkung. Als allererste Massnahme sollte die verätzte Stelle sofort zwischen 10-15 Minuten unter viel fliessendem Wasser abgespült werden. Bei hoch konzentrierter Säure/Lauge soll diese vorher mit einem Tupfer aufgenommen werden. Ausgeprägte Verätzungen erfordern sofortige Behandlung durch den Rettungsdienst oder den Notarzt. Bei Verätzungen im Mund- oder Rachenbereich muss umgehend eine Giftnotrufzentrale kontaktiert werden. Erbrechen kann kontraproduktiv sein, da die Giftstoffe die bereits verätzten Stellen nochmals passieren müssen.

Mögliche Massnahmen können jedoch verdünnende Mittel oder die Gabe von medizinischer Kohle oder Entschäumern sein. Bei Verätzungen der Augen gilt als Primärmassnahme auch das Ausspülen. Dabei ist es entscheidend, kontinuierlich über eine lange Zeit zu spülen. Das Auge sollte auch auf dem Weg ins Krankenhaus nicht mit einem Augenverband verbunden werden, sondern weiterhin kontinuierlich gespült werden. Probieren Sie, die Augen nach dem Kontakt mit dem ätzenden Stoff nicht zu schliessen, denn dies fördert das Verteilen im Auge. In Chemielaboren steht oft frische, einprozentige Natronlösung für Säuren und frische, einprozentige Borsäure für Laugen bereit. Gegebenenfalls muss der Augenarzt unter dem Mikroskop noch Reste des Produktes entfernen.